anatomischer Aufbau eines Pferdehufes
 
 
 

Der Schwerpunkt liegt auf der Vorhand
Die Form der Vorderhufe ist weiter als die der Hinterhufe, während die Hinterhufe länger als die Vorderhufe sind.
Dies ist auf die unterschiedlichen biomechanischen Funktionen von Vorder- und Hintergliedmaßen zurückzuführen;die Hinterhufe sind spitzer, um die Antriebskraft zu erhöhen. Bei allen schnell laufenden Vierfüßlern dienen die Vorderbeine vor allem dazu, das Gewicht des Tieres aufzunehmen, während die Hinterbeine für den "Vortrieb" sorgen.
Ungefähr 60 Prozent des Gewichtes werden von den Vorderbeinen aufgenommen und nur 40 Prozent von den Hinterbeinen,
folglich ist das Pferd von Natur aus "auf der Vorhand"

Vereinfachte Darstellung der Knochen des unteren Pferdefußes
    

Das Hufbein befindet sich im Inneren der Hufkapsel und ist mit dem Kronbein durch ein Sattelgelenk, das Hufgelenk, verbunden. Außen und Innen am Hufbein befinden sich die Hufknorpel.
Das Knochengerüst der Pferdezehe wird durch das kleine, für Hufstellung und Fortbewegung immens wichtige Strahlbein vervollständigt. Alle Knochen der unteren Gliedmaßen werden von einem komplexen System aus Bändern zusammengehalten, die auch die Fähigkeit haben, elastische Rückschnellenergie zu speichern und freizusetzen.


Der Pferdefuß im Querschnitt
    

Die Knochen der Pferdezehe beginnen mit dem Fesselbein, das mit dem Röhrbein und Gleichbein des Fesselgelenks zusammenhängt. Beim Fesselgelenk handelt es sich um ein Scharniergelenk, dass Bewegung nur in einer Ebene zulässt, weil sein Aufbau ihm nur Beugung und Streckung erlaubt. Der Knochenkamm am Ende des Röhrbeins, der in eine entsprechende Vertiefung am Fesselbein gleitet, schützt das Gelenk auf diese Weise vor Seitwärtsbewegungen. Das Kronbein hängt am oberen Ende mit dem Fesselbein und am unteren Ende mit dem Hufbein zusammen. Mechanisch gesehen bilden Fesselbein und Kronbein eine funktionale Einheit.


Wie der Huf in den Hornschuh passt
    

Das Gewicht des Pferdes ruht im Inneren der Hufkapsel - kein Gewicht wird direkt von der Sohle selbst aufgenommen. Dies geschieht über ein ineinander greifendes Netzwerk aus Fasern oder Blättchen. Auf der Innenseite des Hornschuhs finden sich die verhornten Blättchen der Schutzschicht ( 1 ). Diese hängen mit den nicht verhornten Blättchen der Lederhaut ( 2 ) zusammen, die über die Wandlederhaut am Hufbein befestigt sind. Auf diese Weise wird das Gewicht von ineinander greifenden mikroskopischen Strukturen aufgenommen.


Schnitt durch den Kronbereich und die Hufwand

Die Hufwand besteht aus einer Kollagenart, die als Keratin bezeichnet wird, und erstreckt sich vom Kronsaum bis zur Hufunterseite. Das Keratin des Hufhorns kann entweder pigmentiert ( der Huf ist dunkel ) oder nicht pigmentiert ( der Huf ist hell ) sein. Die Hornschicht setzt die äußere Hautschicht - die Epidermis, fort. Die innere Hautschicht wird durch die Huflederhaut fortgesetzt. Das Hufhorn selbst setzt sich aus Millionen dicht liegender Röhrchen zusammen, die vom Kronsaum zur Hufsohle hin längs ausgerichtet sind. Diese Hornröhrchen entstehen durch Absonderung des Saumhorns durch kleine Strukturen, die als Papillen bezeichnet werden. Mechanisch betrachtet kann man sich das so vorstellen, als hielte man eine große Anzahl von Strohhalmen in der Hand. Ein einzelner Strohhalm ist nicht sehr stabil, aber zusammengebunden kann eine große Menge Strohhalme einem beachtlichen Gewicht standhalten. Die Hornröhrchen wachsen ca 6mm im Monat, dadurch kann es bis zu 12 Monate dauern bis das Horn sich einmal komplett erneuert hat.


Die Unterseite des Hufes

Die Sohle sollte konkav sein und den Boden außer im Bereich der weißen Linie nicht berühren. Die weiße Linie zeigt die Position der empfindlichen Huflederhaut an. Die Struktur der Hufsohle ähnelt in gewisser Weise der des Wandhorns: auch sie besteht aus senkrecht angeordneten Kreatinröhrchen die in der Sohlenlederhaut gebildet werden. Die Sohle ist jedoch weicher als das Wandhorn, denn sie hat einen höheren Feuchtigkeitsgehalt - etwa ein Drittel der Sohle besteht aus Wasser. Saum, Ballen und Strahl formen einen Ring um Hufwand und Sohle. Der Strahl ist ein Keil aus verhorntem Gewebe mit einem Wasseranteil von über 50 Prozent, dadurch ist er weicher als Hufwand und Sohle.