Die Umstellung ähnelt der auf das Barhufgehen, weil die Funktionalität des mit Kunststoff beschlagenen Hufes näher an der des Barhufes ist als an der eines mit Eisen beschlagenen Hufes: Das zeigt sich vor allem an der vertikalen Bewegung des Hufes und am Gleitverhalten. Soll ein Pferd umgestellt werden, bieten sich zwei Varianten an:
- Das Pferd zunächst eine Zeit lang Barhuf laufen zu lassen. Hierzu werden die Eisen abgenommen, die Hufe nur sehr vorsichtig gekürzt und stark berundet, um ein Ausbrechen der Wände zu vermeiden. Meist laufen die Pferde dann gut, wenn man sie nicht zu stark beansprucht. Natürlich kann es auch hier zu einer Reaktion in Form einer Huflederhautentzündung kommen, in deren Verlauf das Pferd sich gar nicht oder nur sehr vorsichtig bewegt. Hat es sich an das Barhuflaufen gewöhnt, etwa nach ca. 6-8 Wochen, kann man die Hufe mit Kunststoff beschlagen. Die Pferde laufen dann in der Regel gut und haben keine Probleme mehr.
- Direkt auf einen Kunststoffbeschlag umstellen. Hier besteht die Gefahr einer Huflederhautentzündung, weil die Hufe für den Beschlag ausreichend gekürzt werden müssen und der Schutz aus Kunststoff nicht so stark ist wie durch das Hufeisen.
Kunststoff bietet viele Vorteile:
- Das Material Kunststoff kommt dem Hufhorn in vielen Eigenschaften am nächsten.
- Es ergibt sich eine hohe Stoßdämpfung, die sich besonders auf hartem Untergrund auswirkt.
- Eine weitere für den Huf und die Gliedmaße positive Eigenschaft ist die vertikale Beweglichkeit des Beschlages: Er kann sich mit der Hornkapsel an unebene Bodenverhältnisse anpassen und minimiert so einseitige Belastungen in den unteren Gelenksebenen.
- Der Tastsinn des Pferdes für den Untergrund bleibt durch den Kunststoffbeschlag erhalten.
- Seine Gleitschutzeigenschaften sind durch unterschiedliche Profilierungen dem Barhuf angepasst und ermöglichen so dem Pferd einen korrekten Bewegungsablauf.
- Kunststoffbeschläge geben den Hufen eine großflächige Unterstützung, durch den Verbindungssteg auch im Trachten- und Strahlbereich.
und auch einige Nachteile :
- Das Ausräumen der Hufe wird durch die größere Fläche des Beschlages und den Steg erschwert.
- Bei der Umstellung von Eisenbeschlag auf Kunststoff muß man mit einer Eingewöhnungsphase rechnen.
- Wie bei jedem Beschlag ergibt sich durch das Aufnageln eine Beschädigung der Hufwand; dies kann bei mangelnder Hornqualität oder unsachgemäßer Verarbeitung zu Problemen führen, die das Aufbringen eines Beschlages unmöglich machen.
- Ein weiterer Nachteil is der im vergleich zum Eisen höhere Preis: ein Rundumbeschlag mit Kunststoff kostet zwischen 90 und 100 €.
- Vorsicht ist geboten bei sehr weiten Hufen: hierbei kann es duch den Kunststoffbeschlag dazu führen, daß sich die Hufe noch mehr weiten !
Kunststoffbeschläge im Überblick

Aufbau
Der Beschlag besteht aus einem weichen Kunststoff, der um eine Laser-geschnittene Blechplatte gegossen wird.
In dieser Metalleinlage finden die Köpfe der Hufnägel zuverlässig Halt. Die Nagellöcher sind als Langlöcher quer zur weißen Linie angeordnet, anders als beim Hufeisen, dessen Langlöcher längs der weißen Linie liegen. Der Hufhandwerker kann so abhängig von Hufform und Dicke der Hufwand die Hufnägel präzise und direkt im Hufhorn ansetzen. Nach Bedarf weiter außen oder mehr innen. Weder Nägel, Nageltechnik unterscheiden sich wesentlich vom Beschlagen eines Pferdes mit normalen Hufeisen.
Die Metalleinlage macht den Beschlag da steif, wo er es sein soll, nämlich vorne.
Nach hinten ist der Beschlag sehr flexibel, die Verwindungsfähigkeit des Hufes wird nur minimal beeinflusst.
Der Verdrehschutz unter dem Pferdehuf wird nicht durch Aufzüge, Laschen o.ä. erreicht, sondern durch einen „Kraftschluss“ über ein Noppenprofil aus einer härteren Kunststoffkomponente, die in den weicheren Kunststoff eingearbeitet wird.
Material
Verwendet wird – wie bei den meisten anderen Produkten am Markt – ein TPU, ein thermoplastisches Polyurethan.
Es besteht die Hoffnung, dass durch eine geschickte Materialauswahl in Zukunft noch Verbesserungen des Verschleißverhaltens möglich sein werden.

Der Trotter ist ein Beschlag aus hochabriebfestem Kunststoff und in mehreren Varianten erhältlich:
- Trotter basic - schwarz mit kreisförmiger Profilierung und leichter Zehenrichtung
- Trotters grip - schwarz, Profilierung mit abgeschrägten Rillen und Aussparung im Steg
- Trotters grip clear - durchsichtiger Kunststoff
Sonstiges: anschraubbare Seitenaufzüge, Keile, Spikes, Stollen

Die Verbindung von Komfort und Stabilität.
Der ÖLLÖV ist ein Verbundbeschlag, der die Stabilität von Stahl mit den stoßdämpfenden Eigenschaften von Gummi verbindet. Das macht den ÖLLÖV-Beschlag einzigartig.
Mit ÖLLÖV fühlen sich Pferde nicht nur wohl. Der hervorragende Halt lässt sie sicher laufen, beim Reiten und Fahren sind sie sichtlich entspannt. Mit bequemem Beschlag ist Ihr Pferd motiviert.
ÖLLÖV ist auch die richtige Wahl beim therapeutischen Beschlag. Mit diesem Verbundbeschlag haben Tierärzte und Schmiede hervorragende Ergebnisse in der Behandlung von Gelenkproblemen, Hufrehe, etc., erzielt.
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