Strahlfäule
 
 
 

Unter Strahlfäule versteht man die Zerstörung von Hornanteilen im Strahl- und Ballenbereich durch Fäulniserreger.
Sie hat ihren Ausgangspunkt in der Regel in der mittleren bzw. in den seitlichen Strahlfurchen.

Strahlfäule ist leicht zu erkennen am typischen Fäulnisgeruch und an der veränderten Hornsubstanz des Strahls, die faulig-weich und dunkel verfärbt ist. Lahmheit tritt nur sehr selten und bei extremen Formen der Strahlfäule auf.

Ursachen:
- mangelnde Stallhygiene
- mangelhafte Hufkontrolle und -reinigung durch den Besitzer
- Boxenhaltung ohne Bewegungsmöglichkeit
- mangelhafte Ernährung

aber auch Faktoren, die auf die Hufform und die Hufpflege zurückzuführen sind:
- Zwanhufe
- unregelmäßige Hufpflege

Maßnahmen:
- Ursachen abstellen: Stallwechsel, regelmäßige Hufpflege,....etc
- Herausschneiden der fauligen Bereiche und Behandeln mit Strahlpflegemitteln
- Notfalls sind für kurze Zeit desinfizierende Schutzverbände anzulegen !
- übliche verwendbare Mittel: Keralit, Terrahip Strahlpflege, JoDoGel
- abzulehnen sind Hufteer und Kupfervitriol ! Konzentriertes Jod zerstört bei längerer Anwendung das junge Horn !

Maßnahmen, die der Besitzer bei Strahlfäule ergreifen kann, sind die regelmäßige Reinigung des Strahlbereichs und die Anwendung von Strahlpflegemitteln. Diese wirken desinfizierend, regen das Strahlwachstum an und schützen vor weiterem Befall.

Die Behandlung von Strahlfäule sollte 2-3 mal wöchentlich erfolgen, in sehr schweren Fällen noch häufiger !

Es hat sich bewährt, in die häufig befallene mittlere Strahlfurche, einen mit dem Desinfektionsmittel getränkten Streifen Verbandmull ziehharmonikaähnlich in die Furche zu drücken. dadurch ist gewährleistet, daß das Mittel gleichmäßig verteilt wird und länger verbleibt.
Weiterhin wird durch den Druck der Mulleinlage ein weiterer Wachstumsreiz gegeben.
Wichtig ist, daß man den Strahlbereich vor der Anwendung des Strahlpflegemittels sorgfältig reinigt, auch in den Tiefen der Strahlfurchen !

Das Angebot an Strahlpflegemitteln ist sehr groß, es gibt sie in flüssiger wie auch pastöser Form, viele Mittel haben ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt.
Der Besitzer sollte darauf achten, daß die Mittel keine Luft und Wasser-abschließende Wirkung haben. Hufteer sollte daher nicht angewendet werden, weil darunter quasi anaerobe Verhältnisse geschaffen werden und steril kann man den Strahl vorher nicht säubern;
dann fault es unter dem Teer munter weiter, oberflächlich sieht der Strahl aber oft täuschend gut aus.
Bei der Wirksamkeit der sonstigen Mittel kommt es vor allem darauf an, daß sie regelmäßig angewendet werden, je stärker die Fäulnis umso häufiger !